Luzern: Neue Pläne für Hermitage-Areal

Herzog & de Meuron planen am Vierwaldstättersee 100 Hotelzimmer, 36 Wohnungen und einen Park. Realisierung frühestens Anfang nächsten Jahrzehnts.

Es liegt ein neuer Gestaltungsplan für das Projekt «New Hermitage» vor (Visualisierung: Hermitage Lake Lucerne AG)

Die Hermitage Lake Lucerne AG hat einen überarbeiteten Gestaltungsplan für ihr knapp 20.000 qm grosses Areal an der Seeburgstrasse 72 in Luzern öffentlich vorgestellt. Auf dem Grundstück direkt am Vierwaldstättersee sollen nach Plänen von Herzog & de Meuron das Hotel von heute rund 90 auf etwa 100 Zimmer erweitert und erstmals auch Wohnungen realisiert werden. Vorgesehen sind insgesamt rund 36 Einheiten.

Die Wohnnutzung verteilt sich auf zwei Bereiche: Rund zwei Drittel des Areals liegen in der Tourismuszone und lassen ergänzend zum Hotelbetrieb eine begrenzte Wohnnutzung mit etwa zwölf Wohnungen zu. Das verbleibende Drittel – das heutige Bellevue auf der gegenüberliegenden Strassenseite – befindet sich in der Wohnzone und soll mit rund 24 Wohnungen entwickelt werden. Mit der Verbreiterung der Nutzung will die Eigentümerschaft die Abhängigkeit vom Tourismus reduzieren und die wirtschaftliche Basis des Betriebs verbreitern, der seit über 70 Jahren in Familienbesitz ist.

Sechs Volumen statt zwei

Der nun vorliegende Gestaltungsplan ist eine grundlegend überarbeitete Fassung des erstmals 2022 öffentlich aufgelegten Projekts. Nach Einsprachen, unter anderem des Landschaftsschutzverbands Vierwaldstättersee, und in Abstimmung mit der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission wurden die ursprünglich geplanten zwei grossen Baukörper in sechs deutlich kleinere Volumen überführt. Die Bauten gliedern sich in drei Gebäudegruppen, eingebettet in eine zusammenhängende Parklandschaft. Ein Teil der Neubauten ist als kleinteiliges Ensemble in Anlehnung an einen Innerschweizer Bauernhof konzipiert. Die bestehenden Hotelbauten – alle zwischen 35 und 70 Jahre alt – werden aufgestockt und erneuert, eine zentrale neue Eingangssituation soll die Adressbildung stärken. Parkplätze werden in unterirdische Einstellhallen verlegt, um den Grünanteil zu erhöhen, die historische Badeanlage bleibt öffentlich zugänglich.

Realisierung frühestens Anfang nächsten Jahrzehnts

Nach der laufenden Einsprachefrist rechnet die Bauherrschaft mit einer mehrjährigen Bereinigungsphase und einer Gestaltungsplanbewilligung innerhalb der nächsten rund drei Jahre. Die Umsetzung erfolgt etappiert; den Auftakt soll der Neubau des Bellevue machen, weil dieses Gebäude den grössten Erneuerungsbedarf aufweist und den laufenden Hotelbetrieb nicht beeinträchtigt. Mit ersten Realisierungsschritten ist nach Angaben der Bauherrschaft frühestens Anfang des nächsten Jahrzehnts zu rechnen, weitere Etappen hängen von der wirtschaftlichen Entwicklung und dem Erneuerungsbedarf ab.
Eine konkrete Investitionssumme nennt die Mitteilung der Hermitage Lake Lucerne AG nicht. «Blick» und «Bilanz» beziffern die Gesamtkosten unter Berufung auf die Eigentümerschaft auf über 100 Mio. CHF. Patrick Döös aus der Eigentümerfamilie wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert, das Hotel müsse «wirtschaftlich tragfähig bleiben und sich langfristig aus eigener Kraft sichern können».

Bauherrschaft ist die Hermitage Lake Lucerne AG (vormals Hotel Hermitage Luzern AG); für die Landschaftsarchitektur zeichnet das Büro Vogt verantwortlich.

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