St. Gallen: Neuer Anlauf für Gebiet St. Fiden

Nachdem vor einigen Jahren ambitionierte Pläne für eine Überdeckelung der Gleise scheiterten, werden nun die Weichen für die Entwicklung eines Quartierzentrum neu gestellt.

Das Gebiet St. Fiden (Bild: zVg)

Die Stadt St. Gallen setzt ihre Planung für die Entwicklung des Gebiets St. Fiden/Heiligkreuz fort. Die Zonenplanänderung für das relevante Areal, das der Migros Ostschweiz und der SBB gehört, soll eine dichte und nutzungsgemischte Entwicklung als neues Stadtteilzentrum ermöglichen. Die Entwicklung der städtischen Areale soll an private Planungsträgerschaften vergeben werden.

Die Innenentwicklungsstrategie der Stadt St. Gallen setzt auf Verdichtung entlang des Talbodens in den Gebieten Winkeln, Bruggen – Haggen, Lerchenfeld und St. Fiden. Mit den jeweiligen Grundeigentümerschaften und weiteren Beteiligten hat die Stadt Leitbilder für die zukünftige Entwicklung erarbeitet. In Winkeln und Bruggen/Haggen sowie im Lerchenfeld sind diese Prozesse bereits weit fortgeschritten. Nun setzt die Stadt ihre Planung auch im Gebiet St. Fiden/Heiligkreuz fort.

Das Gebiet St. Fiden/Heiligkreuz verfügt über eine zentrale Lage nahe der Olma Messen, dem Entwicklungsgebiet Steinachstrasse und dem Spitalareal sowie über eine gute Verkehrsanbindung. «Es bietet damit beste Voraussetzungen, sich zu einem attraktiven Wohnquartier und Standort für Unternehmen mit Schwerpunkt auf Life Sciences, Gesundheitstechnologien und ICT sowie öffentliche Einrichtungen mit Fokus auf Bildung zu entwickeln», schreibt die Stadt. Besonderes Augenmerk will die Stadt auf die Freiraumgestaltung, die Vernetzung der umliegenden Quartiere und die Anbindung an den Bahnhof St. Fiden legen.

Zonenplanänderung wird vorgezogen

Ursprünglich war eine Überdeckung der Gleise und der Nationalstrasse geplant. Nach dem Scheitern dieses Vorhabens – die SBB entschied sich 2022 dagegen – hat die Stadt den Dialog mit den Grundeigentümerschaften, Investoren und Immobilienentwicklern gesucht. Nun ist als planungsrechtliche Grundlage für die Entwicklung im Rahmen der Zonenplanänderung die Schaffung einer Schwerpunktzone geplant. Schwerpunktzonen ermöglichen Neuüberbauungen in Gebieten, die zukünftig vielfältig genutzt und anpassungsfähig entwickelt werden sollen. «Mit den bisherigen Planungsergebnissen sind bereits ausreichende Grundlagen für die Zonenplanänderung vorhanden», so die Stadt.

Auf den städtischen Arealen sollen unter Einbezug von privaten Planungsakteuren Konzepte erarbeitet werden. Für das ehemalige Bahnareal an der Bachstrasse ist ein Wettbewerb für Investoren und Immobilienentwickler mit Baurechtsvergabe geplant. Das Areal «Fellhof» soll im Baurecht an gemeinnützige Bauträgerschaften abgegeben werden. Die genannten Planungsschritte Zonenplanänderung und Leitlinien sowie die Ausschreibungen der städtischen Areale erfolgen im Rahmen des bestehenden Planungskredits.

Baudirektor Markus Buschor stellt im «Tagblatt» einen Baubeginn innerhalb von fünf oder sechs Jahren in Aussicht. Zunächst bleibe es bei den Zwischennutzungen, das Fellhof-Areal ganz im Osten des Gebiets soll mit genossenschaftlichen Wohnungen entwickelt werden, sagt Stadtplaner Florian Kessler. Danach soll es in einem zweiten Schritt um das Gebiet nördlich der Gleise gehen. Kessler spricht von einer Bachoffenlegung, einer zusätzlichen Passerelle über die Gleise und der weiteren baulichen Entwicklung. Abschliessend sei das Areal um die Steinachstrasse südlich der Gleise an der Reihe.

Drei Grossprojekte mit 100.000 qm Bruttogeschossfläche

Kessler stand übrigens dieser Tage beim «Immodialog Ost» in St. Gallen auf der Bühne. An der Veranstaltung, die von Galledia, der Verlagsmutter von «Immobilienbusiness», ausgerichtet wurde, kam er auch auf die anderen Grossprojekte in den Bereichen Winkeln/Arena sowie Bruggen-Haggen/Lerchenfeld zur Sprache. Alle drei weisen Bruttogeschossflächen von rund 100.000 qm auf und eine gemischte Nutzung mit etwa gleich grossen Anteilen von Wohnen und Arbeiten. (aw)

 

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