Bellevue: Zentrale von Lombard Odier mit Schweizer Breeam-Rekord
Die Genfer Privatbank hat für «1Roof» die höchste Breeam-Punktzahl erzielt, die jemals in der Schweiz vergeben wurde. Das von Herzog & de Meuron entworfene Gebäude sammelt damit bereits das dritte von vier angestrebten Nachhaltigkeitslabels ein.

Der im September 2025 eingeweihte globale Hauptsitz der Privatbank Lombard Odier in Bellevue (GE) hat die Zertifizierung Breeam «Outstanding» erhalten – mit einem Resultat von 95,2 %, wie die Bank vergangene Woche mitteilte. Das ist laut Breeam, dem internationalen Bewertungssystem für nachhaltiges Bauen («Building Research Establishment Environmental Assessment Method»), der höchste Wert, der in der Schweiz je vergeben wurde. Seit der Eröffnung hat «1Roof» zudem die Labels Minergie-P und THPE erhalten. Eine SNBS-Zertifizierung («Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz») in der höchsten Stufe «Platin» steht laut der Mitteilung noch aus, wird aber in Kürze erwartet.
Seewasser, Photovoltaik, Regenwassermanagement
Zum Nachhaltigkeitskonzept gehören unter anderem der Anschluss an das Genfer Genilac-System, das Seewasser des Genfersees zum Heizen und Kühlen nutzt, eine Photovoltaikanlage mit 750 qm Fläche sowie ein umfassendes Regenwasser-Management. «Wir haben in allen Bereichen – von der Materialwahl über die Energieversorgung bis hin zur Kreislaufwirtschaft – höchste Standards umgesetzt», sagte Ebba Lepage, Group Head of Corporate Sustainability, laut der Mitteilung.
Das vom Basler Büro Herzog & de Meuron entworfene Gebäude am Chemin Messidor 1 in Bellevue (GE) vereint mehr als 2.000 Mitarbeiter, die zuvor auf sechs Genfer Standorte verteilt waren, unter einem Dach – daher der Name «1Roof». Es bietet Platz für bis zu 2.600 Arbeitsplätze. Die Bruttogeschossfläche beträgt laut dem Architekturbüro rund 71.200 qm, davon etwa 37.900 qm oberirdisch und 33.300 qm unterirdisch. Das Gebäude ist acht Stockwerke hoch und misst rund 30 Meter. Es entstand im Rahmen des Plan Localisé de Quartier Champ-du-Château von 2017, der neben dem Bankgebäude auch Wohnbauten, einen Park und unterirdische Parkierungsanlagen umfasst.
Transparenz gross geschrieben
Architektonisch setzt der Neubau auf Transparenz und Offenheit – ein Gegenentwurf zur traditionellen Bankarchitektur. Grosszügig auskragende, geschwungene Geschossdecken tragen ein weitausladendes Dach. Im Inneren bieten Open-Space-Flächen, Kollaborationszonen und ein tageslichthelles Atrium mit sieben Metern Deckenhöhe einen Blick auf den Genfersee und die Alpen. Ein Auditorium mit über 500 Plätzen öffnet sich zum Garten. Für die Mobilität der Mitarbeiter stehen mehr als 400 Fahrradstellplätze bereit; der Standort ist an den Léman Express (Haltestelle Les Tuileries) und das Strassennetz angebunden.
Lombard Odier hat die Baukosten für «1Roof» nie öffentlich beziffert. Zur Finanzierung des Projekts hatte die 1796 gegründete Bank ihre historischen Liegenschaften an der Rue de la Corraterie in der Genfer Altstadt verkauft. (aw)


