Basel: Richtprojekt für Klybeck-Areal steht

Basels grösstes Stadtteilprojekt wird mehr als 50 Gebäude umfassen. Laut dem Richtprojekt soll auf einige ursprünglich geplante Neubauten verzichtet werden.

Blick über den Klybeckplatz in Richtung Wiese (© F. Bolognese_Diener&Diener Architekten)

Der Kanton Basel-Stadt sowie Swiss Life und Rhystadt haben dieser Tage das Richtprojekt «Klybeckplus» vorgestellt. Das Basler Industrieareal Klybeck soll zu einem neuen Stadtteil transformiert werden und dabei eines Tages Wohnraum für 8.500 Menschen – ein Drittel davon gemeinnützig in Kostenmiete – und 7.500 Arbeitsplätze bieten. Zudem sind u.a. zwei neue Parkanlagen, eine am Rhein und eine an der Wiese, geplant. Das Richtprojekt bildet die Grundlage für die Nutzungsplanung.

Mit knapp 30 Hektaren ist das Klybeck-Areal das grösste Transformationsareal in Basel. Die beiden Grundeigentümerinnen Swiss Life und Rhystadt wollen über 3 Mrd. CHF investieren.

In den vergangenen drei Jahren haben die drei Planungspartner das gemeinsam erarbeitete und 2022 vorgestellte städtebauliche Leitbild weiter ausgearbeitet und auf seine Machbarkeit geprüft. Dabei wurden auch die Anliegen und Vorschläge der Bevölkerung aus den Beteiligungsverfahren miteinbezogen. Beim nun vorliegenden Richtprojekt wurde insbesondere die Planung der Freiräume, der Mobilität sowie der Umgang mit den bestehenden und neuen Gebäuden angepasst. Dies zeigt sich unter anderem am Beispiel der Kleinhüningerstrasse, die derzeit abrupt vor dem Klybeck-Areal endet: Sie führt künftig wieder bis an den Rhein und mündet in die Rheinterrasse, einem neuen öffentlichen Freiraum direkt am Wasser. «Durch die Verknüpfung bestehender Quartierstrassen mit dem bisher geschlossenen Areal wird die räumliche Vernetzung mit den angrenzenden Quartieren deutlich verbessert», schreiben die Projektverantwortlichen.

Der Klybeckplatz bildet mit seiner zentralen Lage und den flankierenden neuen Hochhäusern ein neues Zentrum für Basels Norden. In den Erdgeschossen vieler Gebäude sind quartierdienliche Nutzungen vorgesehen. Sie sollen in einem Nutzungskonzept weiter konkretisiert werden.

Blick Richtung Westen (Visualisierung: ©Diener&Diener Architekten)

Weniger Neubauten

Der Richtplan sieht für das gesamte Areal mehr als fünfzig Gebäude vor – rund ein Drittel davon sind bestehende Bauten. Das höchste Gebäude wird rund 120 m hoch sein. In der Esplanade nördlich der Dreirosenbrücke wird gegenüber dem Leitbild auf fünf Neubauten verzichtet und ein zusätzliches Bestandesgebäude wird erhalten. In der Nachbarschaft Klybeckplatz-Süd sind nur noch zwei statt vier Neubauten vorgesehen. Auch der markante Bau K-90 am Klybeckplatz soll nach aktuellem Planungsstand trotz Gebäudebelastungen erhalten werden: Der Bau soll saniert und als Quartierparking genutzt werden. Die Bauten 322/328, 370-373, 375, 379 und 381 entlang der Mauerstrasse können den Angaben zufolge hingegen nicht wie ursprünglich geplant bestehen bleiben, sondern sollen wegen zu hoher Gebäudebelastung zurückgebaut werden. In der Nachbarschaft Mauerstrasse Nord prüft der Kanton, ob ein Baufeld für eine Sportnutzung geeignet wäre.

Verkehrskonzept priorisiert Velos und Fussgänger

Das weiter ausgearbeitete Verkehrskonzept sieht eine neue Tramverbindung zwischen dem Badischen Bahnhof und dem Rhein sowie den Anschluss an die weiteren Entwicklungsvorhaben im Basler Norden vor. Der Velo- und Fussverkehr soll dabei Vorrang erhalten. Durchfahrten von Autos sind stark begrenzt. Parkieren ist ausschliesslich in Sammelgaragen vorgesehen. Die Energieversorgung ist auf erneuerbare Quellen fokussiert und baut auf einem Mix aus lokaler Energie aus Flusswasser, Erdsonden, Sonne und Abwärmenutzung sowie dem Anschluss an das städtische Fernwärmenetz auf.

Der Bebauungsplan wird voraussichtlich Anfang 2027 vorliegen und anschliessend in die öffentliche Vernehmlassung geschickt.

 

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