Zürich: Kirchengemeinde schreibt Baurechte aus
Die reformierte Kirchgemeinde Zürich will in einem zweistufigen Verfahren sechs kleinere Liegenschaften ausschreiben. Diese böten «erhebliches Entwicklungspotenzial» für zusätzlichen Wohnraum, heisst es.

Die reformierte Kirchgemeinde Zürich ist Eigentümerin von mehreren kleinen Wohnliegenschaften in der Stadt Zürich, die für kirchliche Zwecke nicht mehr genutzt werden. Da die Entwicklung von Wohnbauten nicht zu den Kernaufgaben der Kirchgemeinde gehört, sollen sechs Liegenschaften im Baurecht ausgeschrieben werden.
«Mit der Vergabe der Baurechte will die Kirchgemeinde Zürich ihre finanzielle Verantwortung wahrnehmen und dazu beitragen, dass in der Stadt Zürich nachhaltiger Wohnraum zu angemessenen Kosten geschaffen werden kann», erläutert die kirchliche Einrichtung den Schritt. Gerichtet sei die Baurechtsausschreibung an Trägerschaften, «die durch die geschickte Entwicklung von Liegenschaften einen hohen Nutzen mit grosser Wirkung erzielen können». Es kommen z.B. private Gruppierungen, kleine Wohngenossenschaften oder Stiftungen infrage.
Gesellschaftliche und ökologische Aspekte berücksichtigt
Die ausgeschriebenen Liegenschaften weisen eine geringe bis mittlere Wohnfläche auf. Bei guter Nutzung der bestehenden Ausnützungsreserven böten sie jedoch ein erhebliches Entwicklungspotenzial zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum, schreibt die Gemeinde. Der Baurechtszins soll sich an der Tragfähigkeit der zukünftigen Baurechtnehmerinnen oder Baurechtnehmer orientieren und gleichzeitig der Kirchgemeinde einen angemessenen Ertrag sichern.
Die Vergabe erfolgt in einem zweistufigen Verfahren nach wirtschaftlichen und qualitativen Kriterien. Neben der Höhe des Baurechtszinses werden beim Zuschlag auch gesellschaftliche und ökologische Aspekte berücksichtigt. Die bestehende Mieterschaft kann mindestens zwei Jahre bis zum Vorliegen einer rechtskräftigen Baubewilligung in den Wohnungen bleiben. Abschliessend soll das Kirchgemeindeparlament den Baurechtsvertrag genehmigen.
