Zürich: SPS revidiert Pläne für Maag-Hallen

Für einen leidenschaftlich geführten Streit um ein Neubauprojekt in Zürich-West scheint das Ende in Sicht. Swiss Prime Site gibt «Maaglive» und den geplanten Wohnungsneubau auf und kündigt eine langfristige kulturelle Nutzung der Maag-Hallen an.

Maag-Halle Schutzwürdigkeit
Derzeit werden die Hallen als Event-Locations genutzt. (Bild: MAAG Music & Arts AG, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons)

Swiss Prime Site hat entschieden, das Projekt «Maaglive» in Zürich nicht weiter zu verfolgen. «Die zeitlichen und inhaltlichen Unwägbarkeiten infolge hängiger Einsprachen verunmöglichen eine verlässliche Weiterentwicklung des Projekts», erläutert SPS die Entscheidung. Die grösste Schweizer Immobilien-AG kündigt an, das vor dem Bundesgericht hängige Verfahren zurückzuziehen.

Dem Projekt «Maaglive» der Swiss Prime Site lagen die Entwürfe des Berliner Büros Sauerbruch Hutton zugrunde. Das auf 135 Mio. CHF veranschlagte  Vorhaben umfasste die Schaffung eines Wohnturms, eines Quartierplatzes und eines Kulturpavillons in einem Neubau. Kurz nach der Vorstellung der Pläne reichten der Heimatschutz und Anrainer des Maag-Areals Rekurse gegen die Pläne ein (IB berichtete). Die rechtlichen Auseinandersetzungen drehten sich in erster Linie um den Schutzstatus der abzureissenden Industriebauten.

Nun strebt SPS eine «langfristig tragfähige und breit abgestützte Entwicklung des Maag Areals als kulturelles Zentrum des Industriequartiers» an. Die Maag-Hallen sollen umfassend saniert werden, um Raum für eine ganzjährige kulturelle Nutzung zu schaffen. Die aktuelle Planung sieht vor, Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen in den Maag-Hallen unterzubringen, ergänzt durch ein frei zugängliches Atrium im Bereich der Lichtstrasse.

Sanierung wird 60 Millionen Franken teuer

Geplant ist, bis Ende 2027 ein Baugesuch einzureichen und Mitte 2029 mit den Sanierungsarbeiten zu beginnen. Aktuell geht SPS von Investitionskosten von rund 60 Mio. CHF aus. Der bestehende Mietvertrag mit Maag Music & Arts zur Zwischennutzung der Maag-Hallen wurde vor diesem Hintergrund letztmalig bis Ende Mai 2029 verlängert, womit eine öffentlichkeitsorientierte Zwischennutzung der Hallen bis zum angestrebten Baubeginn sichergestellt ist.

Im Hinblick auf die künftige Nutzung der Hallen hat Swiss Prime Site eine Absichtserklärung mit der Universität Zürich unterzeichnet. Gegenstand derselben ist die langfristige Anmietung der historischen Hallen als möglicher neuer Standort für das Naturhistorische Museum der Universität. Grundlage für den Letter of Intent sei eine erstellte Potenzialstudie, welche die grundsätzliche Machbarkeit einer Museumsnutzung belege, so SPS.

«Ich bedaure, dass damit die geplanten Wohnungen nicht realisiert werden können», kommentiert den Entscheid Marcel Kucher, CEO von SPS. Kritiker des nun aufgegebenen Konzepts für «Maaglive» hatten gefordert, an der Stelle der Pläne von Sauerbruch Hotten die Entwürfe zu realisieren, die beim Architekturwettbewerb den zweiten Platz erreicht hatten. Kuchers Amtsvorgänger René Zahnd hatte bei einer Analystenkonferenz im Sommer 2025 diese Option ausgeschlossen und von einem «Plan B» gesprochen (IB berichtete). (aw)

 

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