Lausanne: Vaudoise Versicherungen eröffnen ihren renovierten Hauptsitz

Das Gebäude aus den 1950er Jahren wurde unter Federführung des Büros Itten Brechbühl aufwändig saniert.

Die Pläne für die Modernisierung des Komplexes stammen von Itten+Brechbühl (Bild: Vaudoise)

Ende April wurde in Lausanne «Le Cèdre», der Geschäftssitz der Vaudoise Versicherungen, feierlich wiedereröffnet. «Le Cèdre», 1956 vom Architekten Jean Tschumi konzipiert und benannt nach dem Baumbestand seines Grundstücks, gilt aufgrund seiner gelungenen Verbindung von Architektur, Design, Kunst und Funktionalität als ein Gesamtkunstwerk – und als eine Ikone der modernen Schweizer Architektur. Tschumi entwickelte ein offenes, helles und funktionales Design, welches Industriematerialien wie Beton, Glas und Aluminium integriert; ausserdem wagte er sich an technische Innovationen wie Grossraumbüros, ein Personalrestaurant, eine Tiefgarage oder die aktive Deckenheizung – Ende der 50er Jahre noch neue Konzepte für die Schweiz.

Eine erste Sanierung des Gebäudes erfolgte in den 1990er Jahren, doch inzwischen entsprach «Le Cédre» nicht mehr den heutigen Anforderungen an Komfort, Technik und Energieeffizienz, weshalb sich die Vaudoise für eine erneute Renovierung entschied – mit dem Ziel, das architektonische Erbe zu bewahren und dieses an moderne Standards und neue Arbeitsformen anzupassen. Dabei sollten Tschumis Konzepte, Materialien und Prinzipien so weit wie möglich weitergeführt werden. Die Renovierung erfolgte durch das Lausanner Büros Itten+Brechbühl, das die Jury im 2020 durchgeführten Wettbewerbs mit seinem Projekt «Un moment charnière»überzeugte. Es verfolgt einen pragmatischen Ansatz, respektiert den Denkmalwert des Gebäudes , integriert moderne Arbeitsweisen und erfüllt die Kriterien des Well-Gold-Labels: Es stellt das Wohlbefinden der Mitarbeitenden – Luftqualität, natürliches Licht, Wärmekomfort, Ergonomie und Akustik – in den Mittelpunkt.

Vor Beginn der Arbeiten erfolgte eine umfassende Bestandsaufnahme, um einen genauen Bezugsrahmen für die historische Substanz des Gebäudes, seine ursprünglichen Funktionen und seine identitätsstiftenden Elemente zu definieren. So orientiert sich die neue Farbgestaltung z.B. an der von Tschumi entwickelten ursprünglichen Farbpalette. Um Transparenz, Tageslicht und Ausblicke zu verbessern, wurden auf mehreren Etagen die Innenwände entfernt oder durch Glaswände ersetzt. Mehrere vom Architekten entworfene Möbelstücke Möbelstücke wurden so nah wie möglich den Originalen nachgebaut; auch die Verbindung von Architektur und Kunst wird mit neuen Werken von Künstlern wie Claudia Comte und Yann Gross gestärkt. Das renovierte Gebäude, dessen Umbau die Vaudoise rund 28 Millionen Franken kostete, bietet nun Platz für rund 500 Mitarbeitende. Bei der Versicherung steht die gelungene Sanierung von «Le Cédre» auch sinnbildlich für das eigene Unternehmen. Sie sei, wie Vaudoise-Verwaltungsratspräsident Philippe Hebeisen bei der Eröffnung ausführte, «ein perfektes Beispiel für unsere Fähigkeit, Kulturerbe und Modernität, Tradition und Innovation miteinander zu verbinden». (bw)

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