Zürich: Sanierungsprojekt auf Kasernenareal wird deutlich teurer

Die Sanierung der fünf denkmalgeschützten Zeughäuser auf dem Zürcher Kasernenareal wird viel teurer als erwartet: Die Stadt rechnet mit rund 195 Mio. CHF. Für die Weiterplanung beantragt der Stadtrat einen Zusatzkredit von 13,6 Mio. CHF.

Das Kasernenareal befindet sich in bester Zürcher Innenstadtlage (Bild: Stadt Zürich)

Der Stadtrat Zürich hat den Gemeinderat um einen Zusatzkredit von 13,6 Mio. CHF für die Weiterentwicklung der Zeughäuser auf dem Kasernenareal ersucht. Damit steigt der Projektierungskredit – der ursprünglich aus dem Jahr 2016 stammt – von 6,4 auf insgesamt 20,0 Mio. CHF. Der Zusatzkredit deckt die Ausarbeitung des Bauprojekts, das Baubewilligungsverfahren und die Vorbereitung der Ausführung ab, einschliesslich einer Reserve.

Marode Bausubstanz treibt Kosten

Auslöser für den Mehraufwand ist der schlechte Zustand der historischen Gebäude. Bei einer vertieften Untersuchung der Bausubstanz zeigte sich, dass Eingriffe ins Tragwerk – Teile davon stammen aus den 1870er-Jahren –, die Modernisierung der Energie- und Gebäudetechnik sowie die Umsetzung von Brandschutzvorgaben deutlich aufwendiger ausfallen als ursprünglich angenommen. Zudem waren im ursprünglichen Projektierungskredit keine Innenausbauten enthalten; künftig sollen auch Flächen für den städtischen Bedarf und kulturelle Nutzungen ausgebaut werden.

Für die gesamte Instandsetzung, den Grundausbau und die städtischen Ausbauten der fünf Zeughäuser wird nun mit Kosten von rund 195 Mio. CHF gerechnet (inkl. Kreditreserven). Hinzu kommen 7,2 Mio. CHF für die Instandsetzung des Zeughaushofs. Das ist eine Vervierfachung gegenüber dem Baurechtsvertrag von 2016, in dem noch von rund 55 Mio. CHF die Rede war. Der Kanton Zürich beteiligt sich aufgrund des aufgestauten Unterhalts mit maximal 30 Mio. CHF an den Instandsetzungskosten – ein Beitrag, der bereits damals im Baurechtsvertrag festgelegt wurde.

Nutzungskonzept steht

Inhaltlich liegt nun ein Nutzungskonzept vor, das in einem Beteiligungsverfahren mit Vertretern aus Gewerbe, Verwaltung und Quartier erarbeitet wurde. Neben dem bestehenden Ambulatorium und der Kontakt- und Anlaufstelle (K&A) sollen die Zeughäuser künftig ein Kulturzentrum mit Café/Bar, kleinere Handwerks- und Gewerbebetriebe sowie Freizeit- und Erholungsangebote beherbergen. Der historische Waffensaal – ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung – soll öffentlich zugänglich werden und in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege instand gesetzt werden.

Die künftigen Mieten werden laut aktuellen Angaben der Projektwebsite im Durchschnitt unter 200 CHF pro qm und Jahr (Rohbaumiete) liegen. Das Areal soll nicht renditeorientiert, aber kostendeckend betrieben werden.

Volksabstimmung 2028 geplant

Über den Ausführungskredit werden die Stimmberechtigten voraussichtlich 2028 abstimmen. Bei Annahme könnte der Baubeginn ab 2029 erfolgen; der Bezug der Zeughäuser ist frühestens ab 2034 vorgesehen.

Bereits im März berichteten wir über den Wettbewerb zur Gestaltung der Freiräume auf dem 65.000 qm grossen Kasernenareal, den das Büro Krebs und Herde Landschaftsarchitekten gemeinsam mit Oeplan für sich entschied (IB berichtete) (aw)

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