Der Immo-Motor stottert nicht
Liebe Leserin, lieber Leser
Es ist einiges in Bewegung geraten – auf dem Schweizer Verbrauchermarkt. Preise purzelten fast wöchentlich bei den Grossverteilern, die durch ausländische Konkurrenz unter Druck gerieten. Und das nicht nur bei Nahrungsmitteln, Getränken und Haushaltswaren. Plötzlich kam auch Bewegung in den Automarkt, denn die deutschen oder franzöischen Marken sind so nah und die Euro-Preise so verlockend. Warum überteuert in der Schweiz einkaufen, wenn der Währungsgewinn so leicht ist, besonders bei Büchern? Der starke Franken, nunmehr eingefroren, macht’s möglich. Und schon gibt’s ein Gezeter und Geschrei um den kleinen grossen Grenzverkehr, um Schädigung der einheimischen Geschäfte und um Umsatzeinbussen. Der Staat soll eingreifen, den Konsumenten, der jenseits des Rheins oder der Rhone einkauft, einschränken und schröpfen.
Ein altes Dilemma. Der Staat soll ausbaden, was die Wirtschaft versäumt, wo die Wirtschaft schwächelt und schwankt. Wir haben keinen Grund, Wehleidig zu lamentieren, die Konsumfreiheit zu beschneiden und schon gar nicht die Personenfreizügigkeit einzudämmen. Dann eher Unternehmen auch in der Baubranche auf die Finger schauen, die sich mit unterbezahlten Arbeitskräften Vorteile verschaffen.
Nimmt man die jüngste Ausgabe der Schweizer Immobilien-Bibel, das «Immo-Monitoring 2012/1» von Wüest & Partner, zur Hand (Seite 59), stösst man auf erstaunliche Resultate:
– Trotz starkem Franken haben die Exporte im 1. Halbjahr 2011 zugenommen und die Schweizer Wirtschaft entwickelt sich solide.
– Der Arbeitsmarkt präsentiert sich ausgezeichnet, die Arbeitslosigkeit hat seit 2010 abgenommen.
– Die Ausgaben für Nahrungsmittel gingen spürbar zurück, doch der tatsächliche Konsum ist stabil.
– Die Zuwanderung hält an, welche die Wirtschaft auch ankurbelt und dem Immobilienmarkt starke Impulse verleiht.
– Die Teuerungsrate ist rückläufig.
– Der Immobilienmarkt boomt, die Bautätigkeit ist ungebremst, besonders beim Hochbau mindestens bis Herbst 2012.
Neue Quartiere, neue Wohn- und Arbeitsräume entstehen von Bern mit dem Objekt ARK413 (Seite 36) über Luzern mit Eichhof West (Seite 42) bis Zürich mit dem Pfingstweidpark (Seite 39) und natürlich Andermatts Swiss Alps (Seite 29). Soll man jetzt dunkle Wolken malen, Preisblasen aufblasen oder optimistisches Engagement killen? Lieber etwas bewegen als bremsen.
Bewegung tut gut, nicht nur wegen Turnvater Friedrich Ludwig Jahn, sondern auch um sich oder etwas zu verändern, zu fördern und zu entwickeln – die Zukunft beispielsweise.
Bleiben Sie auf Trab und in der Offensive – und uns gewogen.
Rolf Breiner, Chefredaktor
Inhaltsverzeichnis
IMMO-WORLD
6 Glatte Überbauung mit Sicht ins Glattal
7 Schweizer kuratierten Ausstellung in Peking
8 Flexible Office-Strukturen: Regus in Zug
9 Publikumspreis fürs Zürcher Viadukt
10 Im Fokus: Jan E. Brucker über Swiss Deluxe Hotels
Player
12 Alfred Meili hat die Immobiliengesellschaft Mobimo mit aufgebaut und widmet sich seit 2008 seiner eigenen Gesellschaft. Das kommt Davos zugute, er baut dort Residenzen und Hotels.
MÄRKTE & INVESTMENT
18 Welche Immobilienmakler und -agenturen waren 2011 erfolgreich und reüssierten? IMMOBILIEN Business nennt die Besten
22 Public Private Partnership (PPP): In der Schweiz harzt es mit dieser Partnerschaft
26 Ein PPP-Modell: Die Minimetrò in Perugia
29 Augenschein in Andermatt: Sawiris auf Kurs
33 Hohe Nachfrage, überteuerte Preise: Welche Chancen hat gemeinnütziger Wohnungsbau?
PROJEKTE & OBJEKTE
36 Weit im Westen: In Berns Industriegebiet Ausserholligen soll ein neues Quartier entstehen
39 Grüne Offensive in Zürich-West: Neue Wohnprojekte im Trendgebiet
42 200 Millionen Franken sollen in die Luzerner Überbauung Eichhof-West investiert werden
Hotelworld
48 Istriens teuerstes Projekt: Das Fünfsternehotel Lone setzt ein markantes Design-Zeichen
52 Das ehrwürdige Hotel National in Davos rüstet sich für die Zukunft
SERVICE
54 Agenda: Messen, Tagungen, Konferenzen
55 Expo Real 2011 – optimistische Stimmung
57 Swiss Circle: Bewährt, begehrt, bevölkert
59 Immo-Monitoring 2012/1: Preise, Perspektiven und Prognosen
62 Angebotsmieten: Basel nimmt ab
63 1. Retailforum für den Einzelhandel
64 Immobiliengespräche: Düsteres Zyklus-Ende?
IMMOBILIEN-FINANZMÄRKTE
71 Interview des Monats: Jaap Blokhuis von Redevco zur China-Strategie
73 Hoch, höher, Hochhäuser bei CS Living Plus
74 Bank Sarasin auf Roadshow
77 Leichte Erholung in New York
78 Schweizer Immobilienfonds rentieren
80 Verjüngungsakt bei Espace Real Estate
81 Prime Office Reit spielt mit dem Franken
82 Final Performance: Der Herr der UBS-Immobilienfonds, Riccardo Boscardin
RUBRIKEN
3 Editorial: Der Immobilien-Motor stottert nicht
6 Impressum
51 Daniel Zaugg über Mieter und Nachhaltigkeit

