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Neuer alter Glanz im Zürcher Seefeld: Münchhaldeneck und das Kino Razzia

Von Rolf Breiner

 

Zürich – Eine lange Leidensgeschichte geht zu Ende. In Zürichs trendigem Seefeld-Quartier soll das markante Eckgebäude Münchhaldeneck in neuem Glanz erstrahlen (bis 2011). Auch das denkmalgeschützte Kino Razzia von 1922 wird aufgepäppelt.

 

Staub, Lärm und Baumaschinen gehören seit Wochen zum Alltag im Zürcher Seefeld. Die Sanierung der Tramlinien bringt viel Umtriebe, Ärger der Anwohner und Umsatzeinbussen. Dezenter geht es auf der Baustelle an der Münchhalden- und Seefeldstrasse seit Juli zu. Hier entsteht die Überbauung Münchhaldeneck, ein markantes Eckgebäude mit Geschäfts- und Wohnflächen. Eine attraktive Lage und exquisiter Wohnraum in den Obergeschossen und im Attikabereich – zwischen 53 und 115 Quadratmetern. Urs Ledermann startete das Vorhaben bereits vor 15 Jahren, als er die Liegenschaften an der Seefeldstrasse erwarb, das Gründstück an der Münchhaldenstrasse kam vor zwei Jahren hinzu.

 

Der Immobilienunternehmer Ledermann ist im Seefeld nicht unumstritten. Der 54jährige Zürcher hat viel in alte Liegenschaften investiert, um sie wieder in Schuss zu bringen und dem Seefeld zu altem neuen Glanz zu verhelfen. Das kostet. Und mache Kritiker werfen ihm vor, alteingesessene Mieter durch (Luxus-)Sanierung und Mieterhöhungen zu überfordern und zu vergraulen. Ledermann wehrt sich und sieht sich als verantwortungsbewussten Investor. In den letzten zwei Jahren hat er 120 neue Wohnungen geschaffen. Ihm liegt sehr viel an einer Wiederansiedlung im Quartier.

 

Mit dem Wildbachgut bietet er «Seefeld vom Feinsten» und gediegene Wohnqualität höchster Ansprüche. Der Wohnkomplex mit rotem nordischen Sichtbackstein und lichtreichem Atrium bewegt sich auf hohem Niveau und ist gegen Ende Jahr bezugsbereit. Architekt Christian Wegenstein, der dieses Projekt wesentlich gestaltet hat, spricht von einer «eigenen, in sich abgeschlossenen architektonischen Identität».

 

Neuen Wohnraum schaffen

Ähnlich verhält es sich mit dem Bau Münchhaldeneck, quasi dem «Tor zum Seefeld». Hier ist das Zürcher atelier ww, sprich Walter Wäschle, federführend. «Die Identität des bestehenden Blockrandes wird in die Gestaltung einbezogen», heisst es von ww. Das Projekt vereint drei Parzellen und saugt quasi bestehende Bausubstanzen in sich auf. Oder architektonisch auf den Punkt gebracht: «Im städtebaulichen Kontext handelt es sich um eine repräsentative Ecksituation im Umfeld einer heterogenen Architektur aus verschiedenen Epochen. Unser Gebäude orientiert sich an seinem Blockrand und schliesst die heutige Lücke an der Seefeldstrasse.» Mit anderen Worten: Der alte etwas verspielte, verschnörkelte Bau mit rundlichem Erkerturm wird praktisch versachlicht, von klaren graden Linien geprägt. Die Flächen im Erdgeschoss sind gewerblichen Nutzern vorbehalten, die Wohnungen in den oberen Geschossen mehrheitlich eher kleinräumig (2 ½ bis 4 ½-Zimmer).

 

Dem Baubeginn in diesem Sommer ging eine lange Planungsphase voraus. Vor gut einem Jahr wurde die Baubewilligung erteilt und die Ledermann Immobilien AG konnte zupacken. Initiant Ledermann hatte endlich «grünes Licht» und will eine Marke setzen: «Das Münchhaldeneck hat das Potenzial, als neues Quartier-Wahrzeichen das ‚Tor zum Seefeld’ zu werden.»
Und der rührige Seefelder rührt weiter die Kelle im Quartier. Im Juni wurde der Neubau an der Zimmergasse abgeschlossen. Auf dem Areal einer ehemaligen Autowerkstatt wurde zusammen mit Meili Unternehmungen ein Mehrfamilienhaus gebaut – mit 25 Mietwohnungen und anspruchsvoller Attikawohnung mit 120 Quadratmetern. Seit Juli sind fast alle Wohnungen bezogen worden.

 

Historische Substanzen

In unmittelbarer Nachbarschaft wurde ein Jugenstilgebäude aus dem Jahr 1924, das auch Urs Ledermann gehört, einer Gesamtsanierung unterzogen und wieder in klassische Altbauwohnungen verwandelt. Nicht Rendite, sondern Liebe zum Objekt und der Wille, alte historische Substanzen und architektonische Spuren zu sichern
und heutigen Verhältnissen anzupassen, waren Ledermann Motivation genug.
Der Bau mit den markanten Turmerkern und Bogenfernstern an der Seefeldstrasse ist Sitz des Hauseigentümerverbandes (HEV) und der Ledermann Immobilien AG. Eine von aussen unscheinbare, aber gediegene Residenz dieses Untenehmens mit dem grossen Liegenschafts-Portfolio in und um Zürich.

 

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